Geschichtliches
Alpinia, mit seinem würzig-scharfen Aroma, entwickelte sich, wie der nahe verwandte Galgant, im Mittelalter zum regelrechten Modegewürz. Diesem kostbaren Souvenir aus Asien waren die Kreuzfahrer bei ihren Kämpfen gegen die „Ungläubigen“ in der Levante begegnet und brachten es mit als Statussymbol aus fernen Ländern. Alpinia galt in Mitteleuropa bald als Allheilmittel und edle Speisewürze.
Als guter Gastgeber galt alsbald nur der seine Gäste mit einer überschwänglichen Portion exotischer Gewürze verwöhnte:
"was du uns gibst, das würze wohl, dass in uns entstehe eine Hitze, dass der Mann erschwitze, schaffe, dass der Mund uns als ein Apotheke schmecke".
Aber auch schon im Altertum war Alpinia bekannt: Der römische Militärarzt und berühmte Schriftsteller Dioskurides bezeichnet den Wurzelstock als „Radix grassiphaga“ (Wurzel, die Fett frisst). Ähnlich wie die Artischocke war Alpinia dafür bekannt, die Auswirkungen allzu reichlichen Essens zu mildern.
Bereits im alten Rom war Alpinia für ihre positiven Auswirkungen bekannt
Die mittelalterliche Hildegard-Medizin erlebt momentan eine Renaissance. Eines der wichtigsten Pflanzen dieser alten Heilkunde ist der Alpinia officinarum. Unzählige Einsatzmöglichkeiten zählte Hildegard von Bingen in ihrer Schrift über die Heilmittel der "Physica", für diese Gesundheitswurzel auf: von Rückenschmerzen und Blähungen über Mundgeruch und Fieber bis hin zu Herzschwäche: "wer im Herzen Schmerzen leidet und wem von Seiten des Herzens ein Schwächeanfall droht, der esse sogleich eine ausreichende Menge Galgant und es wird ihm besser gehen."